Alle Einzelkurse

Hier finden Sie alle Einzelkurse aus unserem Weiterbildungsprogramm. Mit Klick auf den Kurstitel sehen Sie eine Kurzbeschreibung der Kursinhalte.

In diesem Kurs geht es um die grundlegenden Merkmale von Evaluation und darum, was das spezifische Leistungsprofil von Evaluation ist (bspw. im Unterschied zu Forschung, Qualitätsmanagement oder Monitoring). Es werden die Grundbegriffe der Evaluation, der Evaluationsprozess und die unterschiedlichen Rollen besprochen, die bei einer Evaluation zum Tragen kommen. Weitere Themen sind die Herkunft und Geschichte der Evaluation sowie die wichtigsten Evaluationsansätze. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der verwendungsorientierten Evaluation: Die Teilnehmenden diskutieren anhand von konkreten Beispielen verschiedene Formen der Verwendung von Evaluationen und erarbeiten eine Liste von Faktoren, die zur Realisierung nützlicher Evaluationen beitragen.

Bei der Planung von Evaluationen müssen alle nachfolgenden Schritte des Evaluationsprozesses vorweggenommen werden; je besser man plant desto leichter ist es später, die Evaluation „auf Kurs“ zu halten und in der vorgesehenen Zeit die anvisierten Ziele zu erreichen. Im Kurs werden die Aufgaben besprochen, die zur Evaluationsplanung gehören (Evaluationsgegenstand bestimmen, Zweck und Fragestellungen der Evaluation klären, Datenerhebung und -auswertung sowie Berichterstattung und Ergebnisnutzung planen). Die Teilnehmenden lernen, wie ein darauf abgestimmter schriftlicher Evaluationsplan aufgebaut ist. Ein Schwerpunkt des Kurses liegt bei der Übersicht über unterschiedliche Datenerhebungsmethoden und Untersuchungsdesigns.

Wirkungsmodelle gehören in der Evaluation inzwischen zu den wichtigsten Werkzeugen, wenn es darum geht, Wirkungen und Wirkweise von Programmen zu untersuchen. Sie fassen z. B. in Form einer Ablauflogik oder eines Kausaldiagramms wesentliche Annahmen darüber zusammen, welche Einflussfaktoren und vermittelnde Variablen die Wirkungen einer Maßnahme beeinflussen. Im Kurs werden unterschiedliche Varianten von Wirkungsmodellen wie Programmtheorien, logische Modelle oder logical framework behandelt. Neben ihrer Entwicklung wird vor allem der gewinnbringende Einsatz von Wirkungsmodellen in verschiedenen Phasen des Evaluationsprozesses thematisiert.

Evaluationen werden in aller Regel beauftragt – entweder intern, z.B. durch eine Evaluationsstelle, oder extern, oft über ein Ausschreibungsverfahren. In beiden Fällen sind Gespräche mit den Auftraggebenden notwendig, um den Evaluationsauftrag zu klären und zu konkretisieren. In diesem Kurs werden solche Auftragsklärungsgespräche anhand konkreter Fälle simuliert. Die Teilnehmenden haben so die Gelegenheit, für ein reales Beispiel ein Gespräch vorzubereiten, durchzuführen, und aufgrund der Ergebnisse einen ersten groben Evaluationsplan auszuarbeiten, der die Grundlage für Vertrag und Pflichtenheft darstellt. Der Kurs vermittelt Strategien der Kommunikation mit den Auftraggebenden und gibt Einblick in weitere, in der Anfangsphase einer Evaluation relevante Themen (u.a. Evaluierbarkeit; Stakeholderanalyse).

Im Mittelpunkt stehen Qualitätsanforderungen an Evaluationen, namentlich die «Evaluationsstandards», wie sie von Evaluationsgesellschaften verabschiedet und verbreitet werden. Sie sollen als Instrumente der Qualitätssicherung für eigene Evaluationsvorhaben der Teilnehmenden dienen. Verschiedene Arten der Evaluation werden mit ihren Stärken und Begrenzungen vorgestellt, so dass Teilnehmende eine begründete Wahl treffen können. Schliesslich wird die besondere Leistungsfähigkeit der Evaluation heraus gearbeitet, um «Qualität» in verschiedenen Anwendungsfeldern zu bestimmen und zu entwickeln.

Wie bei jedem Vorhaben ist auch bei Evaluationen ein gutes Projektmanagement zentral. Da Evaluationen häufig extern in Auftrag gegeben werden, haben die Auftraggebenden und die Auftragnehmenden eine geteilte Verantwortung: Während die Auftraggebenden für das Grobkonzept der Evaluation sowie fürdie Ausschreibung, den Vergabeprozess, die Begleitung und Valorisation der Evaluation verantwortlich sind, sind dieAuftragnehmenden für Offerte, Zeit- und Kostenplanung sowie die Durchführung der Evaluation zuständig. Entlang konkreterÜbungsbeispiele illustriert der Kurs das Management des ganzen Evaluationsprozesses aus Auftraggeber- und Auftragnehmerperspektive von der Ausschreibung bis zur Nutzung der Ergebnisse.

In Evaluationsprojekten werden häufig Befragungen durchgeführt, um die Daten zu erheben, die zur Beantwortung der Evaluationsfragestellungen notwendig sind. Die Entwicklung von Fragebögen für schriftliche und Online-Befragungen sowie die Durchführung von solchen Befragungen ist Gegenstand dieses Kurses. Dabei kommen Themen zur Sprache wie: Fragetypen, Frageformulierung, Antwortskalen, Skalenniveaus, Pretest, Gütekriterien, Rücklaufquote etc. Die Teilnehmenden üben anhand eines realen Beispiels die Fragebogenentwicklung, erstellen einen Online-Fragebogen mit einer Befragungssoftware und lernen den Ablauf eines Befragungsprojektes kennen. Eigene Fragebögen können zum Kurs mitgebracht und besprochen werden.

Im Rahmen von Evaluationen werden häufig quantitative (numerische) Daten erhoben. Dieser Kurs führt in die quantitative Datenanalyse ein und ermöglicht es den Teilnehmenden, Daten aufzubereiten und zu analysieren. Bei den Analysen stehen die Methoden der deskriptiven Statistik im Vordergrund. Es werden grundlegende Kenntnisse vermittelt und die Erzeugung einfacher Auswertungen mit den Programmen Excel und SPSS sowie das kritische Hinterfragen bestehender Analysen geübt.

Dieser Kurs widmet sich der Datenerhebung mittels mündlicher Befragung und der nachfolgenden Auswertung von qualitativen (nicht-standardisierten) Daten. Die Teilnehmenden bekommen einen Überblick über verschiedene Interviewformen und adäquate Fragetechniken. Die Vorbereitung und Durchführung von Interviews wird in kurzen Übungseinheiten trainiert. Sie erhalten einen Einblick in die Ansätze qualitativer Inhaltsanalyse und setzen den Auswertungsprozess anhand von konkretem Interviewmaterial selbst um. Dabei wird auch auf die Arbeit mit Computerprogrammen für die Auswertung qualitativer Daten (QDA-Software) eingegangen.

Wenn sich Evaluationsfragestellungen auf Prozesse, Verhaltensweisen, Handlungszusammenhänge etc. beziehen, dann können Befragungen oft nur mittelbare, durch den Befragungsprozess „gefilterte“ Informationen liefern. Mit der direkten Beobachtung der interessierenden Sachverhalte bietet sich dagegen ein unmittelbarer Zugang zu diesen. Dieser Kurs behandelt die Beobachtung als qualitative und quantitative Datenerhebungsmethode; es werden verschiedene Beobachtungsansätze und -instrumente sowie Techniken und Strategien für die Systematisierung der Beobachtung vorgestellt. Die Teilnehmenden lernen auch, potenzielle Fehlerquellen (z.B. eigene Wahrnehmungsfilter) wahrzunehmen und mit diesen umzugehen.

Gruppensettings spielen im Rahmen von Evaluationsprojekten eine grosse Rolle, insbesondere wenn partizipativ, nutzungsfokussiert und formativ evaluiert wird. Gruppenmethoden eignen sich, um Evaluationsfragestellungen zu klären, den Evaluationsprozess auf Kurs zu halten, um Daten zu erheben, zu interpretieren und die Nutzung der Ergebnisse einzuleiten. Im Vordergrund dieses Kurses stehen qualitativ ausgerichtete Gruppendiskussionen als Erhebungsverfahren. Zur Veranschaulichung verschiedener Konzeptionen der Gruppendiskussion werden mehrere sich stark unterscheidende Ansätze vorgestellt (z.B. Fokusgruppen, multimethodische Gruppenerhebungen) und anhand konkreter Praxisbeispiele verdeutlicht.

Ein wesentliches Ergebnis von Evaluationen sind die Bewertungen, die auf der Grundlage der erhobenen Daten in Bezug auf den Evaluationsgegenstand vorgenommen und in geeigneter Weise kommuniziert werden müssen. Dieser Kurs thematisiert, wie Kriterien definiert werden und wie man systematisch von den Daten zu Bewertungen gelangt. Die Teilnehmenden lernen ausserdem, Berichts- und Kommunikationsformate zu entwickeln, die auf den Evaluationszweck und auf diejenigen Personen abgestimmt sind, die die Evaluationsergebnisse nutzen, denn die sorgfältige Kommunikation entscheidet oft über den letztendlichen Erfolg einer Evaluation. Es werden formale und sprachliche Anforderungen an Evaluationsberichte und weitere Kommunikationsformen vermittelt, insbesondere kürzere multi-media basierte Formate wie Blogs oder Infographics und Dialog-basierte Formate wie Case studies oder Workshops.

Die Schweiz zeichnet sich durch eine im internationalen Vergleich fortgeschrittene Institutionalisierung der Politikevaluation aus, und die schweizerische Evaluationskultur und -debatte sind stark durch die Politikwissenschaft geprägt. Der Kurs beleuchtet unterschiedliche Aspekte der Evaluation im Kontext von Politik und Verwaltung, wie z.B. Verbindungen zwischen Evaluation und New Public Management oder die politische Nutzung von Evaluationen. Evaluation wird mit Steuerungsinstrumenten wie Monitoring und Controlling verglichen. Der Kurs geht auch auf die Konsequenzen ein, die sich aus den Besonderheiten des schweizerischen politischen Systems für die Evaluation ergeben.

Schon seit den 1960er-Jahren machen sich Evaluationstheoretiker und –praktiker über unterschiedliche Herangehensweisen an die Evaluation Gedanken. Es sind so unterschiedliche Ansätze entstanden wie die ‚zielbasierte‘ und die ‚Ziel-freie‘ Evaluation, die ‚empowerment‘, die ‚realist‘ oder die ‚developmental‘ Evaluation, um nur einige zu nennen. In diesem Kurs wird ein Überblick über verschiedene Ansätze gegeben und der Frage nachgegangen, welche Rolle die unterschiedlichen Ansätze in der Praxis spielen, wie sie umgesetzt werden, was die Vor- und Nachteile sind, und was wir als Evaluationsfachleute generell von den unterschiedlichen Ansätzen lernen können. Am Beispiel konkreter Evaluationsprojekte aus unterschiedlichen Feldern werden einzelne Ansätze vertieft.

Evaluatorinnen und Evaluatoren müssen oft in kurzer Zeit wissenschaftliche Literatur und Evaluationsberichte zu bestimmten Themen suchen, finden, lesen und verarbeiten. Wer über Evaluation forscht und seine Arbeit vermitteln will, muss darüber hinaus wissenschaftlich schreiben können. Dieser Kurs vermittelt im ersten Teil Methoden zum Lesen wissenschaftlicher Texte und führt in das wissenschaftliche Schreiben ein. Im zweiten Teil werden der Umgang mit internetbasierten Literaturdatenbanken sowie gezielte Recherchestrategien vermittelt.

Mit der Ausweitung der Evaluationstätigkeit in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen werden die Güte und Nützlichkeit von Evaluation selbst zum Gegenstand kritischer Auseinandersetzung. Die systematische Bewertung von Evaluationen, die sog. Meta-Evaluation, ist Gegenstand dieses Kurses. Er vermittelt die Grundlagen der Meta-Evaluation, stellt Meta-Evaluationen aus verschiedenen Themenfeldern vor und zeigt die Anwendung der Meta-Evaluation anhand eines Fallbeispiels auf. Abschliessend werden Möglichkeiten und Grenzen der Meta-Evaluation diskutiert.

Evaluation ist mittlerweile in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen stark verbreitet. Damit gewinnen Fragen an Bedeutung wie: Welche Bedingungen sind förderlich für Evaluationen? Wann ist Evaluation nützlich? Welche Wirkungen haben Evaluationen? Die Forschung über Evaluation kann Antworten auf diese Fragen liefern. Der Kurs vermittelt einen Überblick zu den Fragestellungen der Forschung über Evaluation in der internationalen Literatur und greift aktuelle Forschungsarbeiten aus der Schweiz auf. Ein wichtiges Thema ist dabei die Erforschung der Faktoren, die den Einfluss von Evaluationsergebnissen bestimmen.

Zwischen Evaluation und Wissensmanagement (d.h. dem bewussten, verantwortungsvollen und systematischen Umgang mit der Ressource Wissen) gibt es verschiedene Berührungspunkte: Zum einen können Modelle und Instrumente des Wissensmanagements als Werkzeuge zur Unterstützung der operativen Arbeit im Evaluationsprozess genutzt werden; zweitens muss das in einzelnen Evaluationen erzeugte Wissen gemanagt werden; drittens kann Evaluation ein Werkzeug im Wissensmanagement und viertens Wissensmanagement selbst Gegenstand der Evaluation sein. Im Kurs liegt der Fokus auf dem ersten Aspekt; es werden sämtliche Phasen des Evaluationsprozesses (insbesondere Ergebnisvermittlung und Nutzungsvorbereitung) betrachtet und Anwendungsmöglichkeiten anhand konkreter Fallstudien und Beispiele aufgezeigt.

Während einer Evaluation werden diverse Führungsrollen eingenommen: Das kann die Führungsverantwortung in einem Evaluationsteam sein, wo es gilt, den Evaluationsprozess und die Mitarbeitenden zu führen und das Evaluationsprojekt zu managen. Dazu kommen Führungsaspekte in den Beziehungen zwischen Auftraggeberin, Evaluatorin, den Personen, die für den Evaluationsgegenstand verantwortlich sind und allenfalls weiteren Stakeholdern. In diesem Kurs werden Führungsgrundlagen (Führungstheorien, Führungsstile) besprochen und die eigene Führungssituation, das Führungsverhalten und die Machtgrundlagen reflektiert – und zwar aus der Perspektive der Auftragnehmenden wie auch der Auftraggebenden. Ein Teil des Kurses widmet sich dem Thema Mediation, Kommunikation und Konfliktlösung.

Evaluationen werden oft in Organisationen durchgeführt (zum Beispiel im Zusammenhang mit dem organisationsinternen Qualitätsmanagement) oder von Organisationen in Auftrag gegeben. Die Umsetzung bzw. Beauftragung von Evaluationen muss in der Organisation organisiert und gemanagt werden – was bspw. zur Frage führt, ob es eine Evaluationsabteilung geben soll und was ihre Aufgaben sind. Organisationen können ausserdem Gegenstand von Evaluationen sein, und Evaluationsprozesse und –ergebnisse können für die Organsationsentwicklung und –beratung genutzt werden. Der Kurs thematisiert diese vielfältigen möglichen Verbindungen zwischen Evaluation und Organisation und beleuchtet einzelne Aspekte anhand vertiefter Fallstudien.

Der Kurs basiert auf dem Leitfaden für Wirkungsmessung, den die ZEWO (Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen) entwickelt hat. Die Teilnehmenden lernen, ein auf die Verhältnisseihrer Organisation zugeschnittenes System zur Wirkungsmessung zu entwickeln und zu implementieren. Dabei geht es unter anderem um die Planung der Wirkungsmessung, um die Arbeit mit Wirkungsmodellen und um die Nutzungder Ergebnisse.

Häufig werden Evaluationen von externen Fachpersonen im Auftrag einer Organisation durchgeführt. Die auftraggebende Organisation ist dabei nicht nur der Impulsgeber für die Evaluation; sie hat auch ein ganz bestimmtes Nutzungsinteresse: Sie möchte die Evaluationsergebnisse für einen bestimmten Zweck verwenden. Damit dies gelingt, müssen nicht nur die externen Evaluierenden gute Arbeit leisten; auch die im Namen der auftraggebenden Organisation handelnden Personen müssen bestimmte Kompetenzen mitbringen. Dieser Kurs widmet sich der Rolle des Auftraggebenden in der Evaluation und den damit verbundenen Aufgaben.